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Ethik in öffentlichen Lebensräumen

Inhalte

In Stadtplanungsfragen geht es um die Realisierung öffentlicher und offener Lebensräume. In der Regel wird Stadtplanung nach Marketinggesichtspunkten entwickelt. Es gibt aber übergeordnete Kriterien: Öffentliche und offene Räume lassen sich in übergeordnete Kategorien hohe und geringe Normierung, Hohe bis geringe soziale Kontrolle, grosser bis geringer oder vorgezeichneter Bewegungsradius.

Einige Beispiele

  Hohe Normierung Geringe Normierung
Beispiel Gottesdienst / Messe
Bundestagssitzung
Schwimmbad
Inoffizielle Tauschbörsen
  Hohe soziale Kontrolle Geringe oder keine soziale Kontrolle
Beispiel Bahnhofshalle
Strassenverkehr
Parkanlage
Fussgängerverkehr
  Freier Bewegungradius Geregelter Bewegungsradius
Beispiel Fussgängerzone Einkaufscenter

Eine Messe ist ein hochgradig normierter Raum (Sonntags von 10 – 12 Uhr, obwohl er ja ein öffentliches Ereignis darstellt). Testen Sie selbst und besuchen Sie eine Messe, indem sie ein grünes Plastikkrodkodil hinter sich herziehen. Dagegen scheinen Freibäder und Schwimmbäder und inoffizielle Tauschplätze (Schwarzmärkte) gering normiert zu sein.

Eine Bahnhofshalle ist hochgradig sozial kontrolliert im Gegensatz zu Parkanlagen. Testen Sie selbst und bauen Sie einen Liegestuhl in einer Bahnhofshalle und in einer Parkanlage auf.

Freie Plätze und auch Fussgängerzonen bieten einen großen und wenig normierten Bewegungsradius; Einkaufscenter geben den Bewegungsradius strikt vor.

Aufgabe der Stadtplanung ist hier, freiheitlich-demokratische und liberale Prinzipien in Lebensräumen erfahrbar werden zu lassen. Das ist ein ganz anderer Gesichtspunkt öffentlicher Planung als nur die Einschätzung von Kaufverhalten und Tourismus, die selbst Planung als Manipulation von Bürgerinnen und Bürgern und wirtschaftlichen Interessen erscheinen läßt.